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Stereoskopie 
 
 

Stereoskopie - Begriffe

Stereoskopische Entfernungen

Durch die Anordnung der beiden Augen ist man in der Lage, die Umwelt dreidimensional wahrzunehmen und Entfernungen abschätzen zu können. Aufgrund der persönlichen Seh-Erfahrungen können anhand verschiedener Parameter, wie z.B. der visuellen Größe von Objekten, deren Distanz und Position auch in sehr großen Entfernungen zugeordnet werden. Die effektive Erkennbarkeit der räumlichen Lage (Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrund) reicht aber nur bis etwa 50m, und nur bis etwa 20m kann zuverlässig die Distanz geschätzt werden.

Dies ist möglich, da jedes Auge die Szenerie aus einer geringfügig anderen Perspektive sieht, deren Fusion im Gehirn die räumliche Wahrnehmung ermöglicht.

Stereosehen

Die beiden Halbbilder unterscheiden sich dabei in kleinen parallaktischen Winkeln, die in den Augen als die sogenannte Querdisparation oder Disparität in Erscheinung tritt. Ohne dieser geringen Bildunterschiede wäre keine räumliche Erkennung möglich.

Menschen, die nur mit einem Auge sehen können, entwickeln aufgrund ihrer Erfahrungen andere Methoden oder werten Seh-Signale anders aus, um die Räumlichkeit einschätzen und Distanzen zuordnen zu können, was aber nicht immer gelingt.

Angeblich sind etwa 5 - 10% aller Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage, effektiv räumlich zu sehen. Dazu zählen auch solche, die zwar beim natürlichen Sehen eine dreidimensionale Erkennbarkeit haben, aber bei stereoskopischer Wiedergabe Probleme bekommen.

Stereoprinzip

Die stereoskopische Betrachtung (egal nach welchem Verfahren) unterscheidet sich vom natürlichen Sehen dadurch, daß die Stereohalbbilder immer in einer Ebene liegen, auf die der Augenfokus gerichtet ist (Akkomodation), während aber die gesehenen virtuellen Bildpunkte auch vor oder hinter dieser Bildebene liegen (können) und daher die Konvergenz vom Fokus abweicht. Im natürlichen Umfeld konvergieren jedoch die Augachsen auf die jeweilige Objektdistanz und stellen dort scharf, sodaß gleichzeitig Gegenstände in anderen Entfernungen unscharf oder visuell gar ausgeblendet werden.

Die Betrachtung von Stereobildern wird umso schwieriger, je größer die Abweichung der virtuellen Bildpunkte von der Bildebene ist.

Dies ist auch der Grund, warum in der Stereoskopie bestimmte Regeln eingehalten werden müssen, die auf den Gesetzmäßigkeiten und Grenzen der visuellen Wahrnehmung beruhen.

Im Stereobild kann nur ein begrenzter Tiefenraum dargestellt werden, der durch die Betrachtung überblickt werden kann. Wird dieser überschritten, kommt es zum Bildzerfall, bei dem die homogene räumliche Erkennbarkeit nicht mehr gegeben oder gewähleistet ist. Dies äußert sich insbesonders durch Anstrengung und Kopfschmerzen, man bekommt das Gefühl von "verknoteten Augachsen".

Stereo-Sehtest

Anhand des Daumensprung-Experimentes kann man selbst testen, ob die beidäugige Betrachtung korrekt funktioniert, das heißt, ob dreidimensionales Sehen möglich ist.

Sehen Sie auf den Monitor oder ein Blatt Papier und halten Sie dan Daumen hochgestreckt etwa 10cm davon entfernt ins Blickfeld. Halten Sie den Blick zunächst auf den Monitor oder das Papier fixiert, so sollten Sie den Daumen doppelt (zweifach), aber durchscheinend erkennen, jedoch mit beiden Augen in gleicher Intensithät.

Wenn Sie nun den Blick auf den Daumen richten, also vorne konvergieren, so wird der Hintergrund auseinanderlaufen und auch unscharf erscheinen, und sollte ebenfalls auch doppelt wahrgenommen werden.

Blicken Sie wieder auf den Hintergrund und schließen abwechselnd das linke und rechte Auge, so sehen Sie wie die Position des Daumens im Vordergrund hin- und herspringt (daher der Name dieses Tests).

Halten Sie den Blick auf den Hintergrund bei und nähern Sie den Daumen dem Gesicht, so werden die beiden Daumenbilder auseinanderwandern und immer unschärfer und durchsichtiger erscheinen, bis sie schließlich nicht mehr wahrgenommen werden, wenn der Daumen schon ganz nah bei der Nase ist.

Sollte einiges oder dies alles bei Ihnen nicht der Fall sein, so ist aus irgendwelchen Gründen die räumliche Wahrnehmung beeinträchtigt oder gestört und Sie können stereoskopische Inhalte nicht richtig erkennen, ggf. empfiehlt es sich dabei einen Augenarzt aufzusuchen, besonders wenn man sich über diesen Umstand nicht im klaren ist.