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Stereoskopie 
 
 

Gedanken und Plaudereien über die Stereoskopie

von Hermine Raab, Mai 2012

ist der Titel der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1978 vom damaligen Leiter Ing. Otto Mayer. Das Din A4 große und 68 Seiten starke Heft ist eine Zusammenfassung der in den Jahren bis 1978 an die Mitglieder der PhGW Sektion Stereo verschickten „Stereobriefe“.

In acht Kapiteln wird die Technik der Stereoskopie erklärt.  Des weiteren kleidet Otto Mayer die große Sorge aller Stereoskopiker um die Zukunft ihres Spezialgebietes in beredte Worte. Alles von damals hat heute noch Gültigkeit.

Der Ehrenpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Stereoskopie Fritz Sablatnig beklagt sich, dass die Stereoskopie innerhalb der Amateur-Photographie nur ein Stiefkinddasein führt und dies, obwohl die Stereoskopie in einigen Zweigen der Wissenschaft eine hervorragende und immer bedeutendere Rolle spielt. Auch das hat heute noch Gültigkeit.

Hat sich denn gar nichts geändert? In den letzten 40 Jahren gar nichts weiterentwickelt? Nun auf den ersten Blick nicht, denn das Prinzip des räumlichen Sehens ändert sich nicht. So ist es auch mit den Regeln, was ein gutes (Stereo-) Bild ausmacht.

Welche Rolle spielt die digitale Aufnahme? Ist die digitale räumliche Fotografie eine neue Chance für die Stereoskopie?

Das Thema, das alle Fotografen in den letzten zehn Jahren wie kein anderes beschäftigt hat: „Werde ich digital?“ ist auch an den Stereoskopikern nicht vorbeigegangen. Für die meisten hat sich diese Frage längst erübrigt und sie sind ganz selbstverständlich im digitalen Zeitalter angekommen.

Die Digitalfotografie hat die Fotografie revolutioniert  - die Vorteile für die Stereoskopiker (so auch die Nachteile) sind die gleichen wie für den Flachbildfotografen: bei der Aufnahme, spätere Qualitätsverbesserungen durch Bildbearbeitung, Archivierung, Veröffentlichung und Vervielfältigung, sowie digitale Präsentation.

Was aber ein Riesenvorteil ist, ist die Computer automatisierte Rahmung der Stereobilder. Die korrekte Stereorahmung der Dias ist eine Präzisionsarbeit, bei der man mit einem Stereoskop mühsam die beiden Stereohalbbilder auf gleiche Höhe rahmt. Dabei kommt es auf Zehntel Millimeter an. Diese heikle und langwierige Arbeit nimmt nun der Computer ab. Diese kann im Batchmodus sozusagen über Nacht oder interaktiv am Bildschirm erfolgen. Die anstrengende Rahmung der Urlaubsstereofotos ist damit nicht mehr eine Arbeit von vielen Stunden.

Wiedergabe von Raumbildern in den neuen Medien.

Die dritte Dimension ist am PC bestens darstellbar. Zu den althergebrachten Betrachtungsweisen mittels Anaglyphen und Parallel- bzw Kreuzblick können die Stereobilder nun auch mit Polarisationsbrille oder Shutterbrille betrachtet werden.

Mit im Internet angebotener kostenfreier Software kann jeder PC-Nutzer die Bilder auf seine bevorzugte Weise anschauen. Auf Youtube und Vimeo gibt es auch stereoskopische Videos abzuspielen.

Sehr oft höre ich: „Ich will keine Brille aufsetzen, gibt’s denn da nichts“ Nun autostereoskopische Monitore gibt es am Markt und werden für hoch komplexe technische und medizinische Anwendungen genutzt. Einige Laptops und kleine Monitore sind inzwischen bereits für den durchschnittlichen Konsumenten erschwinglich. Es wird fleißig geforscht und so ist zu erwarten, dass in naher Zukunft weitere autostereoskopische Produkte auf den Markt kommen.

3D als aktuelles Thema

Kaum ein Monat vergeht, dass nicht wieder ein 3D-Film anläuft. 3D-Filme wie Avatar, Shrek 4, Toy Story 3, und Alice im Wunderland erobern die Herzen der Menschen. James Camerons Fantasy-Spektakel „Avatar“  lockte rund sieben Millionen Menschen in die Kinos. Tim Burtons dreidimensionale Verfilmung von „Alice im Wunderland“ mit Hollywoodstar Johnny Depp sahen knapp drei Millionen.

Panasonic, Sony, JVC, Aiptek und andere Unternehmen informieren über ihre neuen 3D-Produkte. Die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika war erstmals eine Gelegenheit für die Elektronikriesen uns einen 3D HD TV schmackhaft zu machen (auch wenn wir in Österreich nicht wirklich davon Gebrauch machen konnten). Die Wettbüros in England sind alle mit LG 3D Fernsehern ausgestattet, damit die Zusehern hautnah die Torchancen ihrer Clubs mitverfolgen können, so als ob sie vor Ort wären.

Besonders die Jugend ist an 3D sehr interessiert. Nach 3 Stunden Avatar hatte ich Gelegenheit mit ein paar Jugendlichen zu sprechen und Ihnen mein gekoppeltes Lumix Stereopaar zu zeigen. Das Staunen war groß: „Ah, so macht man ein 3D Bild!“ Ich erzählte ihnen von der Fujifilm W1 3D und sie meinten: „ Na, das wird wohl eine 1.000.- Euro Kamera sein?“ Nein im Handel erhält man sie für 390.- Euro! (damals vor 3 Jahren, heute € 290.-) Ich lud sie in unseren Stereoclub ein und gab ihnen noch ein paar Hinweise, wie sie im Web Informationen über 3D bekommen.


Film und TV als treibende Kraft für 3D

Die neueste technische Innovation der Filmbranche kurbelt den Umsatz der Kinos an. Der weiteren Verbreitung von 3D tut das natürlich richtig gut.

Hype sind derzeit die BluRay 3D Technologie und die 3D Fernseher. Damit ist der Einzug der stereoskopischen Bilder ins Wohnzimmer ermöglicht. Nun ist es Zeit, dass die Industrie leicht bedienbare Stereokameras anbietet, damit auch der Urlaub mit Freunden und der Geburtstag der Kleinen in eigenen Raumbildern dargestellt werden kann.

FUJIFILM machte den Anfang und hat mit der äußerst erfolgreichen Einführung seiner ersten 3D Digitalkamera im Herbst 2009 bereits echte Pionierarbeit geleistet. Fujifilm hat damit dreidimensionales Fotografieren und Filmen auf einfachste Art und Weise möglich gemacht. Mit dem LCD Display ist das Betrachten der 3D-Bilder und 3D-Videos während der Aufnahme und der Wiedergabe ohne spezielle 3D-Brille möglich. Seit September 2010 gibt es die nächste Generation der FUJIFILM 3D-Digitalkameras – die FINEPIX REAL 3D W3. Die neueste FUJIFILM 3DInnovation ist kompatibel mit allen aktuellen 3D-Fernsehern und damit perfekt geeignet für alle Anwender, die ihre eigenen 3D-Fotos und 3D-HD Videos erstellen und dann auf ihren 3D-Fernsehern in beeindruckender Qualität wiedergeben wollen.

 

Dokus in 3D werden zur Norm

Zitat (dpa)

Regisseur Wim Wenders („Der Himmel über Berlin“) ist von der dreidimensionalen Technik überzeugt, wie er in einem Interview bestätigt: „Man kann den Zuschauer ganz anders mitnehmen in das Leben oder die Arbeitswelt von anderen Menschen, nicht nur auf anderen Planeten, sondern eben auch auf unserem. ..Ich glaube, dass 3D in gar nicht mehr so weiter Ferne vor allem im Dokumentarfilm die neue Norm sein wird.“

Wenders stellte am Sonntag auf dem Berliner Filmfestival seinen neuen Film „Pina“ vor, bei dem er erstmals in 3D gedreht hat. Die Dokumentation ist eine Hommage an die 2009 gestorbene legendäre Choreografin Pina Bausch, mit der Wenders eng befreundet war. Auch für die Zukunft geht Wenders davon aus, mit 3D zu arbeiten. „Im Moment wüsste ich gar nicht, wie ich davon wieder runterkommen soll.“

Letztens fotografierte ich mit meinem LG Optimus 3D und besah mir das Ergebnis im autostereoskopischen Display des Handys. Zwei junge Paare standen in der Nähe und ich zeigte ihnen meine Stereo-Aufnahme. Darauf meinte einer anerkennend: „Die Oidn san fortschrittlicher als wir“. Auf Grund dieser Erkenntnis sah ich dem jungen Mann die Worte „die Oidn“ nach. Denn ich fühle mich jung, vielleicht hält 3D jung?


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

….und ein Stereobild sagt mehr als viele zweidimensionale Bilder.